GR 222 Etappen im Überblick: Strecke und praktische Planung
Der GR 222 ist ein Weitwanderweg auf Mallorca, der bei Artà im Nordosten beginnt und am Kloster Lluc endet. Die Route führt durch malerische Dörfer, unberührte Landschaften, Weinberge, Olivenhaine und durch den Naturpark Llevant, der für seine Vielfalt und seine spektakulären Küstenabschnitte bekannt ist. Der Weg lässt sich grundsätzlich frei einteilen, jedoch hat sich eine Aufteilung in vier Tage als besonders sinnvoll erwiesen, da die Etappenziele jeweils gute Möglichkeiten für Unterkunft und Einkehr bieten.
Wichtig ist die realistische Planung: Auf den meisten Abschnitten wird das eigene Gepäck getragen, also Kleidung, Ausrüstung und Verpflegung. Ein Gepäcktransport ist möglich, muss jedoch eigenständig organisiert werden. Für viele Wandernde gehört der Rucksack dennoch zur Trekkingerfahrung, weil er Unabhängigkeit schafft und den Charakter einer echten Mehrtagestour unterstreicht.
An geeigneter Stelle können ergänzende Planungsartikel hilfreich sein – insbesondere für alle, die den GR 222 mit dem bekannteren GR 221 kombinieren möchten. Viele Grundprinzipien – Ausrüstung, Saisonwahl und Belastung – lassen sich sehr gut auf die GR222 Etappen übertragen.
Die Etappen GR 222 auf einen Blick
Die folgenden vier Etappen GR 222 haben sich als ausgewogene Einteilung bewährt und orientieren sich an Orten mit guter Infrastruktur:
- Artà – S’Arsenalet des Verger – Betlem | ca. 25 km
- Betlem – Colònia de Sant Pere – Son Serra de Marina – Santa Margalida | ca. 27 km
- Santa Margalida – Llubí – Inca | ca. 24 km
- Inca – Selva – Caimari – Lluc | ca. 18 km
Diese Struktur bildet eine gut planbare Trekkingtour. Gleichzeitig bleibt genug Raum, einzelne Abschnitte anzupassen oder Abstecher einzubauen, ohne den roten Faden der GR 222 Etappen zu verlieren.
GR 222 Etappe 1: Artà nach Betlem über S’Arsenalet des Verger
Die erste Etappe setzt den Ton für die gesamte Route: Landschaft, Geschichte und Küstenmomente greifen ineinander. Der offizielle Startpunkt liegt im Hinterland von Artà am Übergang der Straße Cami des Coll des Racó in die Straße Cami de Sa Duaia. Von dort weist die erste Beschilderung den Weg in Richtung Cala Torta und Cala Estreta. Alternativ ist ein Zustieg aus Orten wie Capdepera, Cala Rajada oder Son Servera möglich.
Artà selbst ist mit seiner Altstadt, dem Markt und den historischen Bauwerken ein stimmungsvoller Ausgangspunkt. Zudem bildet die Region Llevant das landschaftliche Fundament der ersten beiden Tage: Buschland, Hügelformen, Pinien und immer wieder Ausblicke auf das Meer.
Nach dem Start führt der Weg zunächst durch eine offene, mediterrane Landschaft mit Blick auf die umliegenden Erhebungen der Serra de Llevant. Bereits auf den ersten Kilometern tauchen Hinweise auf die traditionelle Nutzung der Natur auf, etwa in Form restaurierter Kalköfen. Solche Öfen sind typisch für Mallorca und erzählen von einer Zeit, in der Kalkgewinnung und Holz als Brennmaterial zum Alltag gehörten.
An einer Weggabelung bietet sich eine besonders lohnende Variante an: Ein steiniger, aber landschaftlich eindrucksvoller Single Trail führt in einem schönen Bogen durch den aufgeforsteten Bereich des Bosque de Red Eléctrica. Der Pfad ist gut markiert, verlangt jedoch Trittsicherheit, weil der Untergrund unruhig und felsig ist. Auf dem höchsten Punkt laden Aussichtsmomente zu einer kurzen Pause ein, bevor die Route wieder Richtung Küste führt.
Mit dem Erreichen der Cala Torta beginnt ein Abschnitt, der als einer der schönsten Küstenteile dieser GR 222 Etappen gilt. Die Bucht wirkt durch ihre unbebaute Umgebung besonders ursprünglich, das Wasser ist häufig klar, und selbst in der Saison bleibt die Atmosphäre oft ruhiger als an bekannteren Stränden. Auf dem weiteren Weg folgen kleinere Buchten wie Cala Mitjana und Cala Estreta. Dort zeigt sich das Meer meist von seiner kristallinen Seite, während der Weg in felsigem Gelände direkt an der Küstenlinie entlangführt.
Besondere Highlights liegen etwas verborgen am Weg: Der Torre d’Aubarca ist ein gut erhaltener Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert und erinnert an die Zeit, in der Küstenwacht und Verteidigung gegen Piratenangriffe auf Mallorca eine reale Aufgabe waren. Ebenfalls eindrucksvoll ist der Naturbogen Es Seulonar, eine Felsformation im Meer, die leicht übersehen wird, wenn der Blick nicht bewusst auf die Küstenlinie gelenkt wird.
Im späteren Verlauf führt die Route ins Landesinnere zur Ermita de Betlem. Die Einsiedelei ist ein stiller Ort, an dem sich Natur und Kultur verdichten: eine Quelle, schattige Bereiche, einfache Architektur und ein weiter Blick über Landschaft und Meer. Von dort beginnt der Abstieg nach Betlem, der in vielen Kurven auf steinigem Untergrund stetig hinunterführt.
Betlem ist ein ruhiger, kleiner Ort am Rand des Naturparks. Als Abschluss der ersten Etappe bietet sich nicht selten ein kurzer Abstecher zu einer der Buchten an, bevor der Tag mit einer Einkehr ausklingt. Nach etwa 25 Kilometern ist der Moment des Ankommens hier besonders spürbar.
GR222 Etappe 2: Betlem nach Santa Margalida
Die zweite Etappe beginnt mit Küstenwandern und endet im Inselinneren. Diese Dramaturgie macht ihren Reiz aus: Am Morgen begleiten Meerblick, Uferpfade und Pinien, während sich am Nachmittag Felder, Wirtschaftswege und Dorfstrukturen in den Vordergrund schieben.
Zu Beginn führt der Weg in Küstennähe vorbei an kleinen Buchten und Felsenabschnitten. Stellenweise verlaufen schmale Pfade direkt am Wasser und erinnern daran, dass diese Wege früher oft von Fischern genutzt wurden. Über die Bucht Ca Los Camps und weitere kleine Abschnitte wird schließlich Colonia de Sant Pere erreicht, ein Küstendorf mit Hafen, Promenade und wenigen, angenehm ruhigen Restaurants.
Hinter Colònia de Sant Pere folgt ein Abschnitt, der landschaftlich besonders ist: Die Dünenzone der Marina de Sa Canova und die langen Strandbereiche Richtung Son Serra de Marina schaffen Weite und eine helle, offene Stimmung. Je nach Jahreszeit lohnt sich hier eine Pause am Wasser, bevor der Weg in den Ort führt.
Ab Son Serra de Marina verändert sich der Charakter deutlich. Die Route führt weg von der Küste hinein in landwirtschaftlich geprägte Gebiete. Über die Cases de Son Serra de Marina und anschließend über Feld- und Wirtschaftswege nähert sich das Etappenziel Santa Margalida. In diesem Abschnitt ist die Orientierung nicht immer durchgehend klassisch markiert, weshalb eine Navigations-App oder ein GPS-Gerät die Planung erleichtert.
Santa Margalida ist als Etappenziel stimmig, weil der Ort authentisch wirkt und eine gute Basis für die folgende Inlandsetappe bildet.
GR 222 Etappe 3: Santa Margalida über Llubí nach Inca
Die dritte Etappe ist das stille Gegenstück zur Küste. Sie führt durch das Pla de Mallorca, eine Region, die von Landwirtschaft, Viehzucht und weiten Horizonten geprägt ist. Genau diese Ruhe macht den Tag überraschend stark, weil er den Blick für das Inselinnere öffnet.
Die Route lässt sich auf unterschiedlichen Feld- und Wirtschaftswegen gestalten. Häufig wird in Richtung Llubí gewandert, das mit seiner Kirche und kleinen Plätzen eine kurze, sehr lohnende Pause ermöglicht. Danach rückt Inca zunehmend in Sichtweite, begleitet von den immer präsenter werdenden Gipfeln der Serra de Tramuntana.
Inca selbst ist als Etappenziel praktisch und angenehm: Die Stadt bietet eine gute Auswahl an Unterkünften und Restaurants, außerdem eine belebte Fußgängerzone.
GR 222 Etappe 4: Inca nach Lluc über Selva und Caimari
Die vierte Etappe ist das Finale der GR 222 Etappen und gleichzeitig der Tag, an dem sich die Landschaft erneut komplett wandelt. Von der Stadt führt der Weg in Richtung der Dörfer Selva und Caimari und anschließend auf dem historischen Cami Vell de Lluc hinauf in die Berge.
Ein offizieller Startpunkt mit Übersicht befindet sich am Plaça del Bestiar. Von dort führt die Route aus Inca hinaus und später über gut auffindbare Wege Richtung Selva. Selva gilt als Tor in die Tramuntana und markiert den Übergang vom flacheren Inselinneren in eine zunehmend bergige Umgebung. Caimari ist die letzte sinnvolle Station für eine Pause, bevor der Anstieg wirklich beginnt.
Hinter Caimari beginnt der Abschnitt, der den Charakter des GR 222 entscheidend prägt: schmale Gebirgspfade, Steineichenwald, alte Steinbauten und immer wieder Ausblicke, die mit der Höhe wachsen. Auf dem Weg wird das Refugi de Son Amer erreicht, eine Wanderherberge mit Panoramablick auf das Tal von Lluc. Von dort ist das Kloster nicht mehr weit.
Das Santuari de Lluc ist ein besonderer Ort und gilt als spirituelles Zentrum Mallorcas. Als Ziel dieser mehrtägigen Trekkingtour wirkt es nicht wie ein zufälliger Endpunkt, sondern wie ein Abschluss mit Bedeutung. Nach vier Tagen, die Küste, Dünen, Felder und Berge verbunden haben, ist das Ankommen in Lluc häufig der Moment, in dem die gesamte Route noch einmal „zusammenfällt“ und als Gesamtbild spürbar wird.
Fazit: Warum die GR 222 Etappen so überzeugend sind
Der GR 222 ist eine Trekkingtour, die auf wenigen Tagen eine erstaunliche Vielfalt abbildet. Die GR 222 Etappen verbinden die raue Küste und die stille Natur des Llevant mit Dünenlandschaften und langen Strandlinien, führen anschließend durch das landwirtschaftliche Herz der Insel und enden schließlich in der Gebirgswelt der Tramuntana. Diese Abfolge macht die Route besonders abwechslungsreich und sorgt dafür, dass jeder Tag ein eigenes „Gesicht“ besitzt.
Im Rückblick entsteht eine Wanderung, die sowohl landschaftlich als auch kulturell überzeugt und durch die Kombination aus Meer, Dörfern, Feldern und Bergen einen sehr vollständigen Mallorca-Eindruck vermittelt. Genau darin liegt die Stärke der GR222 Etappen – und auch der Grund, weshalb sie sich als viertägige Tour so rund anfühlen.
FAQ zu GR 222 Etappen
Welche Etappen hat der GR 222? Die gängige, bewährte Einteilung umfasst vier Etappen GR 222: Artà–Betlem, Betlem–Santa Margalida, Santa Margalida–Inca sowie Inca–Lluc.
Wie viele Tage werden für die GR 222 Etappen empfohlen? Für viele Wandernde ist eine Aufteilung in vier Tage ideal, weil die Etappenziele gut erreichbar sind und sinnvolle Übernachtungsorte bieten.
Sind die GR 222 Etappen vollständig ausgeschildert? In mehreren Abschnitten ist die Beschilderung gut, vor allem rund um offizielle Wegteile. Im Inselinneren kann die Orientierung jedoch leichter mit GPS oder Wander-App gelingen.
Welche Etappe gilt als landschaftliches Highlight? Viele empfinden die Küstenpassagen der ersten beiden Tage als besonders eindrucksvoll, während die vierte Etappe durch den Tramuntana-Charakter und das Ziel Lluc häufig als emotionales Finale wahrgenommen wird.



